07.07.2010
Tja - nun war es soweit, ich durfte nach Bad Gögging. Unweit des Deutschen Spargelzentrum`s Abensberg sollte ich mich erholen - meine physischen und psychischen Kräfte sammeln um im täglichen Überlebenskampf bestehen zu können.      

  

Mein Kehlkopf war weg und mit ihm meine Stimme - die war von elementarer Bedeutung für mich.
Vorausgegangen waren viele Telefonate und Mails um zu eruieren wo meine Anträge abgeblieben waren - insgesamt waren an die Knappschaft Bahn See 5 Schreiben mit meinen Defekten gegangen.
Das Erste in der KW 11 mit dem Hinweis , dass es nicht so dringlich ist weil ich noch 7-8 Wochen Strahlen - und Chemotherapie habe.
Ich dachte wir - mein Leibarzt und ich hätten das Richtige getan um direkt nach Therapieende in eine Anstalt verschickt zu werden - Anschlußheilbehandlung wurde das genannt. Wie der Name schon sagt sollte diese REHA Maßnahme direkt im Anschluss stattfinden was nach meinem Verständnis bedeutet, ich werde zeitnah eingewiesen.
Nun gut, dem war nicht so - als ich mich kurz vor Ende der Strahlen bei meiner Krankenkasse erkundigte, was denn nun sei, teilte man mir per Mail mit, dass die Rentenversicherung dafür zuständig wäre. Aus diesem Grunde sind meine Unterlagen an Knappschaf Bahn See weitergeleitet worden.
Mein Sohn Nr. Groß, stellte sich  als Telefonist zur Verfügung.
Den ersten Anruf tätigte er nach München von dort werde ich im Normalfalle betreut. Die Dame verstand allerdings nur Bahnhof erwähnte aber, dass sich ihre Kollegin besser auskennt aber diese momentan nicht greifbar wäre da im Urlaub.
Sie meinte sie werde sich erkundigen und mich am Montag - das Telefonat fand Freitags statt - anrufen, mir dann Bescheid geben. Christoph meinte zwar dies wäre sinnlos da ich ja nicht reden könnte durch die OP sie solle doch lieber ein Mail schicken - lesen und schreiben könnte ich!
Diesen Einwand lies die Gute nicht gelten, meinte nur "tja bei Mails wisse man nie ob die auch ankommen" notierte sich aber trotzdem meine E-Mail Adresse.
Um es gleich zu sagen - kein Mail, kein Telefonat, keine Post!
Ein Mail an die Knappschaft war der nächste Schritt, für dieses wurde zwar der Eingang bestätig in der man mir versichere, sich schnellstmöglich dieser Angelegenheit anzunehmen aber -  ich erhielt sonst keinerlei Antworten!
Also wieder zum Hausarzt zweiten Antrag raus - auch nach München!
Diesmal kam wieder kam nix zurück, nicht mal eine Eingangsbestätigung - einfach nichts.
Anruf in München - dort wurde uns mitgeteilt, dass die Unterlagen nach Bochum unterwegs seien.
Claudia, mein guter Geist in der ganzen Zeit, rief also in Bochum an. Dort allerdings waren meine Unterlagen noch nicht angekommen. Dafür bekamen wir die Mailadresse von einer für meinen Vorgang zuständige Person, an die wir uns wenden konnten.
Der oder die war ins Wochenende abgetaucht -  war ja schon 11:30 Uhr - Freitags
Also wurde an darauffolgenden Montag nochmals Bochum per Telefon bemüht und - die Unterlagen waren immer noch nicht aufgetaucht - auf der Poststelle verschollen,  war die Auskunft.
Dort sitzt anscheinend eine Mutation welche Anträge vernichtet.
Drei Tage später kam ein Mail in dem ich gebeten wurde meinen Arzt aufzufordern den Vorgang nochmals per Fax zu senden - was ich auch sofort tat.
Antrag Nr. 3 wurde als per Kabel an die angegebene Faxnummer übermittelt -
Bingo - geht doch!
Am darauf folgenden Tag teilte mir ein Herr mittels Mail mit, es hätten wieder Probleme gegeben und es sei nur eine Seite angekommen.
Also habe ich den ganzen Sums nochmal mit Hilfe des Word Weit Web als PDF Datei an die Adresse dieses Herrn geschickt. Zeitgleich bat ich Claudia, dort anzurufen ob diesmal alles angekommen wäre.
Es war - wir hatten es beim vierten Anlauf geschafft.
Die Vorabgenehmigung kam auch zwei Tage später.
Mein Sachbearbeiter  teilte mir schriftlich mit, dass er mich in Bad Gögging angemeldet habe und ich von der Klinik über den Einberufungstermin unterrichtet werde.
Des is schnell ganga!!
Das Reha Zentrum gab mir nun das Datum 07.07.2010 Anreise zwischen 10 und 13 Uhr.
Alles in Ordnung - dachte ich!
Falsch gedacht - ich bekam nochmals Post von einer Arbeitsgemeinschaft Krebsbekämpfung - mit diesem Schreiben kamen Formulare die laut Begleitschreiben mein Hausarzt ausfüllen sollte. Diese wären notwendig um eine schnelle Bearbeitung meines Vorganges zu gewährleisten.
Ich zum Doc - die Dokumente abgegeben - am nächsten Tag wieder geholt - eingetütet in einen großen Umschlag mit - ich konnte es mir nicht verkneifen - einem Begleitschreiben von meiner Einer.
Darin teilet ich den Leutchen mit, dass es sich hierbei um Nummer 5 handelt (....lebt aber nicht) und sie sich ruhig Zeit lassen können, da ich die nächsten Wochen auf Anschlussheilbehandlung bin.
Ich frankierte den Umschlag und wollte ihn gerade zum Kasten schleppen als der Postbote mir eine weitere Sendung der AG Krebs Dingsda überreichte - es war ein Schreiben worin mir mitgeteilt wurde, dass ich am 07.07.2010 in Bad Gögging einzulaufen habe - meine Reha ist genehmigt
Heute war der 07.07. und ich hatte meinen Wagen schon vollgeladen - startbereit - die san vielleicht fix.
Was mache ich nun mit dem Antrag? Den hatte ich ja noch da - fertig frankiert!
Ich schickte ihn nach Bochum - Arbeitsgemeinschaft heißt doch - die wollen Arbeit, gemeinschaftlich!
Ab in den nächsten Postkasten - nächste Leerung 18Uhr - war mir wurscht - weg damit!!!
 
So nun war ich also unterwegs nach Bad Gögging - auf der Autobahn wollte mich ein Paketdienstwagen unbedingt überholen. Da diese Bahn nur aus zwei Fahrspuren bestand und rechts neben mir eine Kolonne von LKW`s ihre Arbeit verrichteten, fing dieser Mensch am Steuer das Blinken an - Lichthupe und auffahren bis zur Stoßstange - bei erlaubter Höchstgeschwindigkeit von 120km/h.
Ich fuhr laut meinem Tacho 130km/h.
Ein Griff zu meiner immer neben mir liegenden Kamera  - aufs gradewohl in den Spiegel geknipst und dem Hintermann gezeigt - auf einen Schlag wusste er wie viel Abstand man halten muss.

Das sind so die Kleinigkeiten die die Würze des Lebens ausmachen.

 
Nun bin ich hier - in diesem wunderschönen Örtchen - als ich das Haus betrat erinnerte es mich an ein Krankenhaus - steht Klinik drauf, ist also auch Klinik drin.
Stube 327 wurde mir zugeteilt - logisch 3.Stock - am Aufzug steht der Hinweis man solle diesen für die Gehbehinderten frei halten und als gehfähiger Mensch die Treppe benutzen - mache ich doch glatt - aber mit Gepäck??
Tiefgarage bis 3 Stock mit zwei Koffern sind insgesamt 5 Stiegen - ne, das wollte ich da nn doch nicht. So versteckte ich mich hinter den Koffern im Aufzug und ließ mich liften  -  zu Fuß ist man tatsächlich schneller! Stopp an jedem Stockwerk (wie die DB) - bis die "Behindis"  eingestiegen sind - die Türe zu machte um sich im nächsten Stock wieder zu öffnen- das dauert halt seine Zeit.
Ergo, ohne Koffer gehe ich gerne über die Treppe.
Zimmer beziehen - Schwestern aufsuchen - Blutdruck messen - Angaben zur Person machen - und die Eingangsuntersuchung über sich ergehen lassen. Der Arzt war nett die Helferin hübsch - das lässt hoffen. Allerdings musste ich eine Stunde vor der Türe warten bis ich zu dieser Feststellung kommen konnte.
Danach wurde ich zur Stationsschwester gehetzt die wiederum mich in den Speisesaal scheuchte - damit ich nicht vom Fleisch falle - war zwischenzeitlich 12:30 geworden.
Am Eingang des Selbigen stand Gudruns kleiner Bruder - ich begrüßte ihn überschwänglich und richtete ihm die Grüße seiner Schwester aus.
 
 
Essen ist gut und ausreichend - die Mitesser am Tisch sind auch so im Großen und Ganzen passabel, was man so auf den ersten Blick sagen kann.
Einer hat auch einen Fremdkörper im Hals stecken - der redet fast normal - brauchte dazu allerdings 10 Monate - der drückt auf das Teil und kann reden. Diese Art der Kanüle soll ich laut meinem Phoniatrie Doc auch bekommen - mit Filteraufsatz damit ich in der Wüste spazieren gehen kann..
 
 
 
 

 
 
 

 

 

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