Sprachrohr - Organ der Kehlkopfoperierten

 

 

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Was macht ein Mensch, der für sein Leben gerne mit anderen spricht und immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat, wenn ihm wegen einer Krebserkrankung der Kehlkopf herausgeschnitten wird? Für Olaf Pint (60) aus Passau war die Antwort klar: "Der Krebs kann mich mal", sagt er und lebt soweit möglich weiter wie bisher − auch um anderen Betroffenen Mut zu machen.

In der Passauer Innstadt gilt der gebürtige Stuttgarter fast schon als Synonym für das Wort Fasching: Seit dem Jahr 1993 ist Olaf Pint beim Organisationsteam des einzigen Gaudiwurms im Stadtgebiet dabei. Auf seine Initiative hin formierte sich der "lose Haufen" im Jahr 2003 zum Verein Innstädter Faschingsfreunde. Die nächsten sieben Jahre stand der für seine freundliche und gut gelaunte Art bekannte Busfahrer als Präsident auch ehrenamtlich an der Spitze der Gruppierung. Dann kam die schockierende Diagnose beim Arzt: Kehlkopfkrebs!  Der Kehlkopf wurde entfernt.

 

Für den 60-Jährigen stand jedoch schnell fest, dass er sich nicht verstecken, sondern offensiv mit seinem Schicksal umgehen möchte. "Ich bin ja nicht mehr krank, sondern habe nur ein Loch im Hals − und von dem lass ich mir nix vorschreiben", sagt er. Zwar sind seit der OP sein Geschmacks- und Geruchssinn sehr beeinträchtigt, Sprechen funktioniert nur über eine Prothese und durch den offenen Zugang zur Luftröhre ist die Infektanfälligkeit erheblich gestiegen. Trotzdem versucht Olaf Pint seinen Alltag so lebenswert wie möglich zu gestalten. Bei den Innstädter Faschingsfreunden ist er als Ehrenpräsident nach wie vor aktiv. Und auch den Job als RBO-Busfahrer hat er nicht aufgegeben. "Ab und zu bekomme ich von Fahrgästen sogar Pfefferminzbonbons angeboten, weil sie glauben, dass ich heiser bin", sagt er und lacht.

"Das Schlimmste was man machen kann, ist sich daheim zu verkriechen und in Selbstmitleid zu versinken", sagt er und fügt als Rat an andere Krebspatienten hinzu: "Einfach das Leben − soweit es geht − genießen und weiter zum Stammtisch oder in den Verein gehen!"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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